Bürokratie – Lasst mich bitte rein!

Die Schweiz ist unser Nachbarland, in der Schweiz spricht man Deutsch oder Deutsch ist zumindest Amtssprache in den Landesteilen, in denen Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch gesprochen wird und die Schweiz liegt geographisch in Europa. Aber: die Schweiz ist kein EU-Mitglied und auch kein Mitglied des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum). Und deswegen ist das Umsiedeln in die Schweiz doch mit mehr bürokratischem Aufwand verbunden, als, sagen wir, eine Umsiedlung nach Österreich.

Es gibt im Internet einige Foren und Blogs, die sich damit auseinandersetzen, für meinen Geschmack waren das aber mehr bits und bytes als die komplette Geschichte von Anfang an. Ich will es hier also besser machen, will aber darauf hinweisen, dass ich hier für Deutsche Staatsbürger spreche, weil ich das am eigenen Leib erlebt habe und zu anderen Nationalitäten nichts sagen kann.

Zunächst der Verweis auf eine generell sehr hilfreiche Seite: www.comparis.ch Hier finden sich Tipps zum Auswandern in die Schweiz ebenso wie (wirklich gute) Vergleichsportale für Versicherungen und Immobilien. Was Versicherungen (auch die Krankenversicherung) und Wohnen angeht, fährt man eigentlich mit comparis.ch am besten und die Website ist gut strukturiert und einfach zu verstehen.

Ämter – was muss ich tun?

Erst einmal ein allgemeiner Link zum Bundesamt für Migration – hier gibt es tonnenweise FAQs und alles ist hieb- und stichfest erklärt. Die Besonderheiten (in einfachen Worten) unten.

Wer in der Schweiz leben und arbeiten möchte, hat am besten schon einen Arbeitsvertrag dort in der Tasche. Was den Arbeitsvertrag angeht, muss man übrigens sagen, dass es normal ist, dass dort eine Klausel sinngemäß sagt „Der Arbeitsvertrag tritt nur in Kraft, wenn eine Aufenthaltsbewilligung vorliegt“ wird später wichtig. Um einen Job zu bekommen, braucht man noch keine Arbeitsbewilligung. Wer meint, er muss ohne Arbeitsvertrag in die Schweiz, hat ein paar Monate Zeit, einen Job zu finden.

Als nächstes muss man sich eine Wohnung suchen. Der Mietvertrag muss aber schon zwei, drei Wochen vor Stellenantritt beginnen. Grund dafür ist, dass die Beantragung / Bearbeitung des Antrags auf eine Aufenthaltsbewilligung zwei, drei Wochen dauert und diese Aufenthaltsbewilligung muss zum Beginn der Arbeit vorliegen (s. Klausel oben). Um einen Mietvertrag abzuschließen, braucht man ebenfalls keine Aufenthaltsbewilligung. Zur Wohnungssuche folgt ein Extra-Post.

Mit Arbeitsvertrag, Mietvertrag und Passbildern sowie 85,- Franken (Bearbeitungsgebühr) geht man dann zum zuständigen Kreisamt (entspricht unserem Bürgerbüro / Einwohnermeldeamt). Dort meldet man seinen Wohnsitz an und beantragt eine Aufenthaltsbewilligung. Man bekommt sofort die Meldebescheinigung und eine Bestätigung darüber, dass man die Aufenthaltsbewilligung beantragt hat. In der Regel reichen dem Arbeitgeber diese Bestätigungen die o.g. Klausel betreffend. Es ist ja alles im Gange. Ebenfalls reichen diese Bestätigungen zur Eröffnung eines Bankkontos, das man dann ja auch schon bald braucht.

Aufenthaltsbewilligung – was?

Als Deutscher kann man verschiedene Aufenthaltsbewilligungen bekommen. Die L-Bewilligung berechtigt zum Leben und Arbeiten für ein Jahr, Die B-Bewilligung ist die meist gewünschte und diejenige, die am besten anerkannt wird. Sie gilt 5 Jahre. Nach zweimal Bewilligung B, also nach 10 Jahren, kann man die C-Bewilligung (unbegrenzt) beantragen und sich über Einbürgerung Gedanken machen, so man das möchte.

Achtung, tricky! Die Schweizer Politik bekommt manchmal „Panikanfälle“ und man meint, es seien zu viele Ausländer im Land, die dort arbeiten und hohe Löhne einstreichen – vor allem Deutsche. Deshalb wurde die Zahl der B-Bewilligungen kontingentiert. Pro Quartal gibt es ca. 13.400 B-Bewilligungen. First come, first serve. Dann ist Sense bis zum nächsten Quartal. Aber keine Panik: als Deutscher bekommt man immerhin eine L-Bewilligung, wenn das Kontingent für die B-Bewilligung aufgebraucht ist. In dem Fall geht man dann einfach gleich zum Beginn des nächsten Quartals wieder auf’s Amt und beantragt eine B-Bewilligung aus dem frischen Kontingent.

Türöffner Ausländerausweis

Die B-Bewilligung (auch die anderen) kommen im Gewand des Ausländerausweises. Wer den hat, kann nach Lust und Laune Verträge (z.B. Mobiltelefon, Kaufverträge, etc.) abschließen und vor jedem Amt in der Schweiz bestehen.

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